Die Reichweitenangst von E-Auto-Fahrer gehört dank moderner Lade- und Batterietechnologien sowie der stetig wachsenden Ladeinfrastruktur zunehmend der Vergangenheit an. Dennoch lohnt es sich selbstverständlich, auf eine effiziente Nutzung des geladenen Stroms zu achten. Wir geben Ihnen 4 wertvolle Tipps an die Hand, die es ermöglichen die vorhandene Energie effizient zu nutzen und Reichweitenverluste vorzubeugen.
Tipp 1: Reichweitenverluste vermeiden
Um den Energieverbrauch zu verringern und Reichweitenverluste zu vermeiden, lohnt sich ein genauerer Blick auf die Heizung. Sie ist das energieintensivste Gerät eines Elektrofahrzeuges. Deshalb ist es ratsam, das integrierte Energiemanagement-System Ihres E-Autos zu nutzen: Wärmen Sie den Innenraum und den Akku Ihres Fahrzeugs bereits vor Fahrtantritt während des Ladevorgangs vor. Dies ermöglicht, mit einem aufgeladenen Akku für die Fahrt startklar zu sein, ohne dass dieser direkt mit der Aufgabe des Heizens beansprucht wird. Außerdem kann eine integrierte Wärmepumpe in neueren Fahrzeugmodellen die Abwärme des Fahrzeugs effizient für die Beheizung nutzen und schont damit zusätzlich den Akkustand. Sie wollen den Mehrverbrauch noch weiter verringern: Setzen Sie im Winter auf die Sitz- und Lenkrad-Heizung. Das ist effizienter, als den gesamten Innenraum zu erwärmen.
Tipp 2: Wohlfühltemperatur beachten
Wie wir Menschen hat auch die Batterie eines E-Autos eine Wohlfühltemperatur. Die optimale Leistungsfähigkeit entfaltet sie bei Temperaturen zwischen 20 und 40 Grad Celsius. Wird diesen Temperaturbereich möglichst einhält, kann die Lebensdauer der Batterie positiv beeinflussen. Deshalb sind extreme Temperaturen, warm wie kalt, mit dem E-Auto eher zu meiden. So ist es zum Beispiel besser das E-Auto während langen Standzeiten vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen. Im Winter empfiehlt es sich, das E-Auto direkt nach der Fahrt am Zielort zu laden. Dann ist die Batterie noch warm und kann den Ladestrom besser aufnehmen, als wenn sie zuvor über Stunden ausgekühlt ist.
Tipp 3: Vorausschauend planen und laden
Wenn Sie die Batterie Ihres E-Autos schonen wollen, achten Sie darauf, den Ladestand möglichst zwischen 20 und 80 Prozent zu halten. Das verringert die Zellbelastung, verlängert die Lebensdauer der Batterie und reduziert zudem die Ladezeit.
Zur Unterstützung eines effizienten und batterieschonenden Ladens sorgt außerdem ein fahrzeuginternes Batteriemanagementsystem.
Damit der Akkustand entsprechend eingehalten wird, kann man im Infotainment-System der meisten E-Autos einstellen, dass der Ladevorgang nur bis zu einem bestimmten Ladestand (z.B. 70 oder 80 Prozent) läuft. Das lohnt sich auch aus Zeitgründen, da der Ladevorgang langsamer wird, je höher der Ladestand.
Um den idealen Ladestand aufrechtzuerhalten und auch für längere Fahrten startklar zu sein, können Sie Ihre Route vor Fahrtantritt mithilfe von Kartendiensten entlang der besten Lademöglichkeiten planen. Beispiele dafür sind die Apps Chargemap oder A Better Routeplanner sowie das integrierte Navigationssystem des Fahrzeugs. Aber auch Google Maps kann für die Routenplanung inzwischen sehr hilfreich sein. Empfehlenswert ist es, bei weiten Strecken einen Reichweitenpuffer von etwa 100 Kilometern einzuplanen, um auf Staus oder Umleitungen vorbereitet zu sein.
Mit dem Markthochlauf der E-Mobilität in den letzten Jahren kann die Lade-Planung inzwischen deutlich flexibler sein: Mit dem Deutschlandnetz schafft das Bundesverkehrsministerium (BMDV) bundesweit 9.000 zusätzliche Schnellladepunkte für Elektroautos. Ziel ist es, weiße Flecken auf der Ladekarte zu eliminieren. Im Rahmen dessen errichtet eliso bundesweit 110 Schnellladeparks.
Exkurs: Schnellladen, gut für die Batterie?
Was vor Jahren eine Wunschvorstellung war, ist nun Realität: Eine 80-Prozent-Ladung in wenigen Minuten. Dafür kommen Ultra-Schnellladestationen mit bis zu 400 kW Ladeleistung zum Einsatz. Doch die Skepsis bleibt. Ist das Schnellladen gut für die Batterie?
Generell kann schnelles Laden aufgrund der schnellen Energieaufnahme zwar zu einem leichten Anstieg der Batterietemperatur führen, jedoch verhindern moderne Batteriemanagementsysteme in aktuellen Fahrzeugmodellen das frühzeitige Altern der Akkus durch Schnellladen.
Was der Batterie schaden kann, ist das Schnellladen bei extrem kalten oder hohen Temperaturen oder das häufige Schnellladen bei sehr niedrigem oder sehr hohem Ladestand. Deshalb sind diese Rahmenbedingungen zu vermeiden und sollte die Batterie immer entsprechend vorkonditioniert werden. So ist es zum Beispiel bei sehr tiefen Temperaturen ratsam, mit dem E-Auto eine Strecke zu fahren, bevor geladen wird.
Tipp 4: Fahrstil anpassen
Letzten Endes können Sie die Reichweite auch direkt durch Ihren eigenen Fahrstil beeinflussen. Sie fahren effizienter, wenn Sie abruptes Bremsen und Beschleunigen vermeiden. Gemäßigte Geschwindigkeiten, idealerweise bis etwa 120 km/h, tragen zu deutlich besseren Reichweiten bei. Die fahrzeugeigenen ECO-Fahr-Modi unterstützen außerdem bei einer effizienten und ökonomischen Fahrweise.
Fazit
Es ist gut, dass man die Effizienz der Fahrzeugbatterie in einem gewissen Maß beeinflussen kann. Aber neben emissionsfreier und effizienter Mobilität sollten Sie einen Aspekt nicht vergessen: den Komfort und den Fahrspaß von E-Fahrzeugen.